League Pass-Highlights 2016/17

 

Die NBA-Season 2016/17 steht endlich (!) in den Startlöchern. Für uns der Moment, unsere fünf League-Pass-Highlight-Teams der nächsten Saison zu präsentieren. Weder die fünf besten Teams, noch die fünf objektiv spektakulärsten Teams. Sondern die fünf Teams, die es aus verschiedensten subjektiven Gründen in Jedermanns League-Pass-Shortlist schaffen sollten.  

 

Oklahoma City Thunder

 

Für die Thunder beginnt in diesem Jahr eine neue Zeitrechnung: Jahr 1 in der Ära nach Kevin Durant (und Serge Ibaka). OKC ist zum ersten Mal seit Jahren kein echter Contender mehr. Warum man trotzdem reinschauen sollte? Wegen Russell Westbrook. Und Russell Westbrook. Und auch ein bisschen wegen Russell Westbrook.

 

Das zweiköpfige Monster der Thunder hat zwar einen Kopf verloren, ein Monster bleibt es trotzdem. Russell Westbrooks Karriere-Zahlen ohne Durant auf dem Court? 28.0 Punkte, 7.1 Rebounds und 8.4 Assists pro Spiel. Als KD in diesem Jahr elf Spiele verpasste, ließ Westbrook es sechs Triple-Doubles regnen. Zwölf weitere gab es mit Durant auf dem Court. Auch deswegen ist er in Vegas der Topfavorit auf den MVP-Titel im kommenden Jahr. 

 

 

Mit seiner unmenschlichen Athletik und seinem kaum fassbaren Energie-Level, wird Westbrook einen Stammplatz in den Highlight-Videos der nächsten Saison sicher haben. Krachende Dunks, spektakuläre Fast-Breaks und wilde Transition-Dreier werden sich dabei vermutlich mit schlimmen Turnovern und reichlich Kopfschüttel-Momenten abwechseln. Gepaart mit den neuen Moustache-Bros Steven Adams und Enes Kanter und einem ähnlich athletischen Backcourt-Partner in Victor Oladipo, werden die Thunder auch ohne Durant in jedem Fall ein Team sein, bei dem sich Einschalten lohnen wird.

 

New York Knicks

 

“Boom or bust“ lautet das Stichwort der Knicks – schon alleine das gibt der neuen Saison die nötige Brisanz. Nach drei Jahren Abstinenz soll es endlich wieder Playoff-Basketball in New York geben. Genug Talent dafür sollte vorhanden sein. Carmelo Anthony ist irgendwie immer noch ein Superstar und Kristaps Porzingis hat auch den letzten Kritikern das Maul gestopft. Neuzugang Joakim Noah sollte durch seine in der Metropole lange nicht mehr gesehene Leidenschaft spätestens nach ein paar Spielen absoluter Publikumsliebling sein. Derrick Rose könnte eine der schönsten Comeback-Stories des Jahres werden, sollte er in der endlich verletzungsfreien Offseason einen Teil seiner Athletik zurückgewonnen haben. Und Courtney Lee ist der Kleber, der dieses leicht verblasste Mosaik zusammenführen soll.

 

Kaum jemand erwartet, dass die fünf alle 82 Spiele gemeinsam bestreiten werden. Die befürchteten Verletzungssorgen haben aber immerhin die Silver Lining, dass sie Porzingis’ Entwicklung zum Superstar nur beschleunigen sollten. Blitzt sein außergewöhnliches Skill-Set in all seinen Facetten auf, wird es spektakulär. Je mehr wir hiervon sehen, umso besser.

 

 

Sollten all diese Eventualitäten sich doch wieder im Chaos verlieren, ist es trotzdem noch der Madison Square Garden, in dem Curry und Co immer gerne 50+ Punkte da lassen, zumal Mike Breen und Clyde Frazier nach wie vor zu den unterhaltsamsten Kommentatoren der NBA gehören.

 

Dallas Mavericks

 

Highlight-Dunks dürften in Dallas nächste Saison eher Mangelware sein. Satte 38 Jahre ist ein gewisser Dirk Nowitzki mittlerweile alt. Mit Andrew Bogut (31) und Deron Williams (32) sind zwei weitere Starter auf der falschen Seite der 30 angelangt. Und trotzdem (und vielleicht gerade deshalb) lohnt sich das Zuschauen bei den Mavericks auch im nächsten Jahr. Warum?

 

Weil Andrew Bogut trotz Verletzungshistorie der beste Dallas-Center seit Tyson Chandler ist. Weil Wesley Matthews endlich fit ist. Weil S. Curry endlich für die Mavericks Dreier bomben wird. Weil Rick Carlisle auch aus diesem Team wieder das Maximum (und wahrscheinlich etwas mehr) rausholen wird. Und weil es eine der letzten Saisons eines der besten Basketballer aller Zeiten sein wird.

 

Auch, wenn man es nicht wahrhaben will: Die Ära Dirk Nowitzkis neigt sich langsam aber sicher dem Ende entgegen. Satte 53.144 NBA-Minuten hat ’The German Wunderkind’ mittlerweile auf dem Buckel. Das sind knapp 886 Stunden. Oder 37 volle Tage. Und trotzdem wird er wahrscheinlich auch im nächsten Jahr noch der beste Spieler im Dallas-Jersey sein. 

 

 

Butterweiche Jumper von Nowitzki, Clutch-Momente von Deron Williams, High-Post-Assists von Adrew Bogut und eine perfekt orchestrierte Offense von Rick Carlisle. Es gibt auch 2017 mehr als genug Gründe, sich auf die Dallas Mavericks zu freuen. Der wichtigste ist 2,13m groß und kommt aus Würzburg.

 

Minnesota Timberwolves

 

Die Minnesota Timberwolves fliegen offiziell nicht mehr unter dem Radar. Die jungen, hungrigen Wolves gehören noch (!) nicht zu den besten Teams der Liga, aber mit Sicherheit zu den spektakulärsten.

Ricky Rubio alleine macht jedes Team zum Leaue-Pass-Favorite. Lange galten die Wolves als Geheimtipp, als die Adressaten Rubios punkgenauer No-Look- und Alley Oop-Pässe noch Anthony Bennett, Chase Budinger oder Corey Brewer hießen.

 

Inzwischen haben die Wolves mit Zach LaVine und Andrew Wiggins DIE Highflyer der NBA auf dem Flügel. Man könnte den Slam-Dunk-Contest jedes Jahr wolves-intern auspielen und niemand würde sich langweilen.

 

 

Dazu kommt ein Karl-Anthony Towns, dessen geschmeidige Bewegungen für jemanden, der 7-Feet groß ist, eigentlich verboten sein sollten. Shabazz Muhammad ist dazu ein absoluter Geheimtipp, was Poster-Dunks und Putbacks betrifft und auch Kris Dunn sollte seine Momente haben. Mit Thibs als Coach soll jetzt die lang ersehnte Struktur ins Team kommen. Abgesehen von dem Spektakel, kann man hier also den Prozess eines Teams verfolgen, was in den nächsten Jahren zu einem echten Titelfavoriten heranreifen soll. Must Watch TV! 

 

Milwaukee Bucks

 

18.8 Punkte, 8.6 Rebounds, 7.2 Assists, 1.4 Steals und 1.9 Blocks pro Spiel. Das sind nicht die Zahlen von LeBron James. Sondern die von Giannis Antetokounmpo seit dem All-Star-Break 2016. Seit er der Quasi-Point Guard der Milwaukee Bucks ist, legt Giannis unfassbare Averages auf und ist der personifizierte Hoffnungsschimmer der Bucks, auch wenn die letzte Saison mit nur 33 Siegen letztlich eine Enttäuschung war.

 

Athletik, Court-Vision, Größe, Spannweite, Basketball-IQ, Ballhandling, Transition – mit Ausnahme eines stabilen Jumpers hat ’The Greek Freak’ schon jetzt ein spektakuläres und versatiles Skill-Set, das für einen 21-Jährigen angsteinflößend ist. Wenn sein Entiwcklung nur ansatzweise verläuft, wie erwartet, ist er alleine schon ein Grund, möglichst wenig Spiele der Bucks zu verpassen. 

 

 

Line-Ups mit ihm und einer Kombination aus Jabari Parker, Michael Carter-Williams, Mirza Teletovic, John Henson, Greg Monroe und  sogar Rookie Thon Maker sind rein körperlich und athletisch derart beeindruckend, dass gute Unterhaltung garantiert ist. Auch wenn die lange Verletzung von Top-Shooter und Glue Guy Khris Middleton die Milwaukee schmerzlich treffen wird, werden die Bucks ein sehenswertes Team auf den Court bringen. Und wer schon immer mal sehen wollte, wie ein Euro-Step von der Mittellinie aussieht, sollte hier ohnehin nicht wegschalten.

 

 

 

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